Ich nehme an, du meinst den Vergleich zwischen einem ESP und einem Raspberry Pi als Satellit?
Das Wort Satellit beschreibt erst einmal nur die Rolle bzw. Kategorie des Geräts: Es ist eine abgesetzte Hardware-Einheit im Raum, die Audiosignale (Mikrofon) aufnimmt, an den Server schickt und Antworten (Lautsprecher) wiedergibt. Ein Satellit braucht also Mikrofone, Lautsprecher, einen Audio-Verstärker und einen Prozessor, der die Logik steuert.
Der Unterschied liegt in der Hardware-Basis:
Ein Raspberry Pi ist ein vollwertiger Single-Board-Computer (SBC).
Ein ESP (wie der ESP32) ist ein Mikrocontroller (MCU) bzw. ein Embedded System.
Auch wenn beide am Ende Software ausführen, unterscheiden sie sich fundamental im Aufbau und in der Funktionsweise:
1. Betriebssystem vs. Bare-Metal
Raspberry Pi: Nutzt eine klassische 3-Schicht-Architektur (Hardware -> Betriebssystem (Linux/Debian) -> Software). Dadurch hast du ein vollwertiges System mit SSH, Dateisystem, Multi-User-Verwaltung und freier Auswahl bei den Programmiersprachen (Python, Node.js, Go usw.).
ESP32: Läuft im Grunde auf 2 Schichten (Hardware -> Software/Firmware). Es gibt kein klassisches Betriebssystem. Stattdessen läuft der Code direkt auf der Hardware („Bare-Metal“), meist unterstützt durch ein schlankes Echtzeit-Betriebssystem wie FreeRTOS. Programmiert wird das in der Regel in C oder C++.
2. Ressourcen & Effizienz
Ein Raspberry Pi ist dafür gebaut, möglichst universell einsetzbar zu sein. Ein ESP ist extrem spezialisiert: Er tut genau eine Sache, diese dafür aber sofort nach dem Einschalten, hocheffizient und ohne Bootzeit.
Stromverbrauch & Abwärme: Ein Raspberry Pi 5 braucht unter Last gerne mal ein 3-A-Netzteil (15 Watt) und eine aktive Kühlung. Ein ESP-Satellit begnügt sich mit maximal ~0,8 A (unter 4 Watt), wird nicht einmal spürbar warm und ist nach dem Anstecken in Bruchteilen einer Sekunde betriebsbereit.
3. Kosten & Fertigung (Pi vs. ESP Custom-PCB)
Auch finanziell und im Aufwand unterscheiden sich die Ansätze gewaltig:
Raspberry Pi: Ein Pi selbst kostet selten unter 70 €. Zusammen mit Mikrofonen, Lautsprechern, Gehäuse und Netzteil landet man schnell bei über 100 € pro Satellit – und muss am Ende trotzdem noch mehrere Einzelkomponenten zusammenstöpseln.
ESP Custom-PCB: Ein reiner ESP kostet gerade mal ~4 $. Da die Hardware aber auf einer maßgeschneiderten Platine sitzt, schlagen hier aktuell natürlich die allgemeinen Bauteilpreise und die Bestückung im Werk zu. Wenn ich mir bei JLCPCB eine Kleinserie von 5 Platinen inklusive industrieller SMT-Bestückung (PCBA) fertigen und löten lasse, liege ich bei ca. 300 € Gesamtkosten – also rund 60 € pro betriebsbereitem Satellit.
Skalierung & Flexibilität: Wie gewohnt in der PCB-Fertigung sinkt der Stückpreis mit steigender Abnahmemenge natürlich drastisch, da Fixkosten wie Rüstgebühren dann nicht mehr so stark ins Gewicht fallen. Die BOM (Bill of Materials) ist öffentlich einsehbar und universell – ihr könnt euch also die Bauteilliste schnappen und jederzeit beim Bestücker oder Händler eures Vertrauens eigene Angebote einholen. Wer in der Lage ist, SMT-Bauteile komplett selbst zu löten, drückt den reinen Platinenpreis bei der Fabrik sogar auf ca. 5 € pro Stück (zzgl. Bauteile).
Im Ergebnis habe ich bei der ESP-Variante selbst bei einer Mini-Auflage für ~60 € eine fertige, professionell bestückte All-in-One-Platine auf dem Tisch, während man beim Pi für deutlich mehr Geld ein Sammelsurium an Einzelteilen zusammenbaut.
Fazit & Status bei Hannah:
Die Einstiegshürde bei einer eigenen ESP-Platine ist für Anwender natürlich höher als beim Zusammenstecken von Fertigmodulen. Ich überlege derzeit auch noch, wie ich euch mein PCB-Design am besten zur Verfügung stellen kann (JLCPCB bietet leider keine Shared Projects an, weshalb ich dafür aktuell PCBWay evaluiere).
Dennoch habe ich die Pi-Satelliten komplett abgekündigt. Der Pi ist für diesen Einsatzzweck im Grunde eine völlig überdimensionierte Hardware. Der alte Code für die Pi-Satelliten wird seit Monaten nicht mehr gepflegt und ist mit dem aktuellen Core auch gar nicht mehr kompatibel.
Ich setze für Hannah daher heute ausschließlich auf die ESP-Plattform – das ist die schlanke, maßgeschneiderte Embedded-Hardware, die exakt für diesen Job gebaut ist.